Eine Ana­ly­se des Hand­lungs­rah­mens von Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen hin­sicht­lich pla­ne­ta­rer Gesund­heit

Eine Prä­ven­ti­ons­in­itia­ti­ve von BARMER und KLUG

Katha­ri­na Wab­nitz1 , Mil­va Ende2, Han­nah Otto3, Johan­na Weis3, Ann­kath­rin von der Haar1

1 CPHP (ehe­mals) — Cent­re for Pla­ne­ta­ry Health Poli­cy
2 CPHP — Cent­re for Pla­ne­ta­ry Health Poli­cy
3 KLUG — Deut­sche Alli­anz Kli­ma­wan­del und Gesund­heit e.V.

DOI: 10.5281/zenodo.15481573

Vor­be­mer­kung

Die Ana­ly­se wur­de von KLUG im Rah­men der Prä­ven­ti­ons­in­itia­ti­ve von BARMER und KLUG „Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­för­de­rung aus Pla­ne­ta­ry Health Per­spek­ti­ve“ erstellt. Grund­la­ge waren die GKV-Leit­fä­den Prä­ven­ti­on und Prä­ven­ti­on in sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen.

Die Ver­ant­wor­tung für die Inhal­te die­ses Ergeb­nis­be­richts liegt bei KLUG e.V.

Ein­lei­tung

Die Kli­ma­kri­se, das Arten­ster­ben, die Ver­schmut­zung von Luft, Böden und Gewäs­sern sowie die fort­schrei­ten­de Zer­stö­rung von Öko­sys­te­men gehö­ren zu den größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit. Sie bedro­hen die Gesund­heit aller Men­schen und wir­ken sich zuneh­mend auf das Gesund­heits­sys­tem sowie ande­re Poli­tik- und Lebens­be­rei­che aus. Die Kli­ma­kri­se wur­de dabei als die größ­te Bedro­hung für die mensch­li­che Gesund­heit in die­sem Jahr­hun­dert beschrie­ben (Cos­tel­lo, Abbas et al. 2009). Die öko­lo­gi­schen Kri­sen stel­len aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht zen­tra­le gesund­heit­li­che und gesell­schaft­li­che Risi­ko­fak­to­ren dar (Sach­ver­stän­di­gen­rat für Umwelt­fra­gen (SRU) 2023; Wis­sen­schaft­li­cher Bei­rat Glo­ba­le Umwelt­ver­än­de­run­gen (WBGU) 2023). Wir befin­den uns also in meh­re­ren eska­lie­ren­den Kri­sen, die sowohl natür­li­che als auch mensch­li­che Sys­te­me betref­fen und sich viel­fach gegen­sei­tig ver­stär­ken (Stef­fen, Rock­strom et al. 2018) – ein pla­ne­ta­rer Not­fall, des­sen gesund­heit­li­che Aus­wir­kun­gen jedoch sowohl inner­halb als auch zwi­schen Bevöl­ke­rungs­grup­pen sehr ungleich ver­teilt sind (Chan­cel, Bothe et al. 2023).

Das Gesund­heits­we­sen spielt bei der Abschwä­chung die­ser Kri­sen (Miti­ga­ti­on) und bei der Anpas­sung an die­se Kri­sen (Adapt­a­ti­on) eine wich­ti­ge Rol­le: Einer­seits trägt es selbst zu deren Fort­schrei­ten bei, ande­rer­seits ist es in beson­de­rem Maße von den damit ver­bun­de­nen Krank­heits­las­ten betrof­fen. Maß­nah­men der Gesund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on kön­nen nicht nur zur Anpas­sung an die Fol­gen der Kli­ma- und Umwelt­kri­sen bei­tra­gen, son­dern durch soge­nann­te Co-Bene­fits1 zugleich die gesell­schaft­li­che Resi­li­enz stär­ken, das Gesund­heits­sys­tem ent­las­ten und dabei hel­fen, Kli­ma- und Umwelt­be­las­tun­gen zu redu­zie­ren. Denn ver­mie­de­ne Krank­heit bedeu­tet ver­mie­de­ne Ver­sor­gung – und damit auch ver­mie­de­ne Emis­sio­nen und ver­mie­de­ner Res­sour­cen­ver­brauch (MacN­eill, McGain et al. 2021; Wab­nitz & Baltruks 2023; Scher­ber & Chris­tia­ni 2024). Dar­aus ergibt sich die Not­wen­dig­keit, bau­li­che, wirt­schaft­li­che, umwelt­be­zo­ge­ne und sozia­le Lebens­um­stän­de so zu gestal­ten, dass gesun­de und kli­ma- und umwelt­scho­nen­de Ent­schei­dun­gen und Ver­hal­tens­wei­sen für alle ein­fach, attrak­tiv, bezahl­bar und zugäng­lich wer­den – frei nach dem Mot­to: Make the healt­hy and sus­tainable choice the easy choice.

Vor die­sem Hin­ter­grund haben die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen im Jahr 2023 das The­ma auf­ge­grif­fen. Der GKV-Leit­fa­den Prä­ven­ti­on nach § 20 Abs. 2 SGB V zur Umset­zung der §§ 20, 20a und 20b SGB V sowie der GKV-Leit­fa­den Prä­ven­ti­on in sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen nach § 5 SGB XI (im Fol­gen­den: Leit­fä­den) wur­den dies­be­züg­lich über­ar­bei­tet. Seit­dem fin­det die Kli­ma­kri­se in bei­den Leit­fä­den punk­tu­ell sowie – im Leit­fa­den Prä­ven­ti­on – auch als Quer­schnitts­the­ma Ein­gang. Dies ist ein ers­ter wich­ti­ger Schritt, um die Schlüs­sel­rol­le von Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen im aktu­el­len Hand­lungs­rah­men abzu­bil­den und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Der vor­lie­gen­de Ergeb­nis­be­richt zum Hand­lungs­rah­men der Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen im Hin­blick auf pla­ne­ta­re Gesund­heit und gesund­heits­för­der­li­che Maß­nah­men mit kli­ma- und umwelt­be­zo­ge­nen Co-Bene­fits ist im Rah­men der Prä­ven­ti­ons­in­itia­ti­ve „Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­för­de­rung aus der Pla­ne­ta­ry Health Per­spek­ti­ve“ der BARMER und der Deut­schen Alli­anz Kli­ma­wan­del und Gesund­heit (KLUG e.V.) ent­stan­den. Ziel der Ana­ly­se war es, die aktu­el­le Ver­an­ke­rung pla­ne­ta­rer Gesund­heit in den Leit­fä­den zu unter­su­chen, Schlüs­sel­stel­len und Hebel mit trans­for­ma­ti­ver Wir­kung zu iden­ti­fi­zie­ren und dar­auf auf­bau­end Vor­schlä­ge für mög­li­che Wei­ter­ent­wick­lun­gen abzu­lei­ten. BARMER, KLUG und CPHP möch­ten mit die­ser Ana­ly­se einen Bei­trag zur Dis­kus­si­on über die Inte­gra­ti­on des The­men­kom­ple­xes Kli­ma, Umwelt und Gesund­heit – bezie­hungs­wei­se der pla­ne­ta­ren Gesund­heit – in Akti­vi­tä­ten der Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­för­de­rung leis­ten.

» Wei­ter­le­sen


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Zita­ti­ons­vor­schlag:
Wab­nitz, K., Ende, M., Otto, H., Weis, J., Von der Haar, A (2025). Eine Ana­ly­se des Hand­lungs­rah­mens von Kran­ken- und Pfle­ge­kas­sen hin­sicht­lich pla­ne­ta­rer Gesund­heit. https://cphp-berlin.de/wp-content/uploads/2025/06/CPHP_Analyse_01-2025.pdf

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